BYTEC Ratgeber · Beitrag 4 von 8
Der erste KI-Pilot: in 30 Tagen messen statt raten
Ein guter Pilot ist klein, klar abgegrenzt und vorher vermessen. Dann zeigt er nach rund einem Monat, ob sich der Ausbau lohnt.
1. Den richtigen Ablauf wählen
Gut geeignet sind Abläufe, die häufig vorkommen, sich wiederholen, klaren Regeln folgen und sich gut messen lassen. Die nötigen Daten sollten zugänglich sein, das Risiko überschaubar. Beginnen Sie nicht mit dem heikelsten Prozess im Haus.
2. Vorher messen
Halten Sie Vorgänge pro Monat, Minuten pro Vorgang, Fehlerquote und Rückfragen fest. Wenn möglich zwei Wochen lang, damit Ausreisser nicht täuschen.
3. Erfolgskriterien vorab festlegen
Zum Beispiel: Die Bearbeitungszeit sinkt deutlich, die Fehlerquote steigt nicht, ein bestimmter Anteil der Fälle läuft ohne menschlichen Eingriff. Legen Sie auch fest, was passiert, wenn das Ziel verfehlt wird.
4. Klein und kontrolliert starten
- Parallel zum bisherigen Ablauf, damit nichts verloren geht.
- Menschen geben frei, bevor etwas nach aussen geht.
- Jede Aktion des Agenten wird protokolliert.
- Der Agent lässt sich jederzeit abschalten.
5. Ehrlich auswerten
Messen Sie dieselben Grössen wie vorher und zählen Sie Kontrollzeit und Korrekturen mit. Fünf Fragen helfen:
- Wird mindestens so korrekt gearbeitet wie vorher?
- Wie viele Vorgänge brauchen weiter einen Menschen?
- Was kostet der Agent im laufenden Betrieb?
- Welche Zeit wird wirklich für andere Aufgaben frei?
- Kann das Unternehmen diese Zeit wirtschaftlich nutzen?
6. Entscheiden
Ausbauen, anpassen oder bewusst lassen. Alle drei Ergebnisse sind wertvoll, weil sie auf Zahlen beruhen und nicht auf Hoffnung.
Sechs Beispiele für einen ersten Pilot: Anwendungsfälle. Für Ihren eigenen Ablauf: Erstgespräch buchen.
